„Dive for Peace“ – Tag der UNESCO am 28.6.2014 anlässlich des Ausbruchs des 1.Weltkriegs vor 100 Jahren.

17 Okt

 

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Tauchen an der ehemaligen schwimmenden Luftschiffhalle im Bodensee

Nachdem die Tauchsportgruppe Konstanz (TSGK) e.V. sich schon seit langem aktiv beim Schutz der Kulturgüter unter Wasser beteiligt stand schnell fest, dass wir uns auch an dieser Aktion der UNESCO beteiligen würden.
Im Gegensatz zu den Kriegshandlungen am Bodensee im zweiten Weltkrieg fällt Sporttauchern beim Bodensee jedoch nur wenig ein, was sich für einen Gedenktauchgang des ersten Weltkrieges eignet. Aber die Zeppeline sind weit über den Bodensee hinaus bekannt und diese hatten im ersten Weltkrieg auch militärische Bedeutung. Ohne entsprechende Nachfrage der Wehrmacht wären sie wohl nie entstanden. Auf dem Wasser wurden die ersten Zeppeline gebaut, wozu eine riesige schwimmende „Luftschiffhalle“ diente. Deshalb haben wir diese als Ziel für unser „Dive for Peace“ gewählt. Genauer, die landseitigen Versorgungsbauten im Flachwasser.

Bekannt war uns der Standort aus einer Dokumentation der Luftschiffhallen, allerdings ist von uns dort im Flachwasser bislang niemand getaucht. Wir wussten also nicht, was uns dort erwartet, nahmen aber an, dass es sehr flach ist und sich mit dem Schnorchel erkunden lässt.

Um 17:00 machten sich sieben unserer Taucher von Konstanz / Staad aus auf den Weg mit dem 15m langen MS „Hörnle“, denn wir hatten den Weg von Wasser aus gewählt, um an den etwas abgelegenen Tauchplatz zu kommen. Nach kurzem Halt am EADS-Steg, um zwei Taucher eines befreundeten Tauchvereins aufzunehmen, ging es weiter zum Tauchplatz. Auch hier müssen wir sehr vorsichtig navigieren, denn im weiten Flachwasser befinden sich Reste alter Steganlagen. Unser Boot legen wir im Flachwasser vor Anker und dann geht es schnorchelnd zu den vermuteten und als Unterwasserhindernis markierten Resten. Zwischen viel Bewuchs finden wir dann Reste von Stahlbeton, die sich mit einem Knick in Richtung Land ziehen und teilweise aus dem Wasser herausschauen. Besonders das Ende der Reste seeseitig weckt unser Interesse. Hier scheinen wir ein rundes Wachhäuschen mit Türöffnung und einem kleinen vertikalen Beobachtungsschlitz entdeckt zu haben. Wir sind überrascht, mit etwas konfrontiert zu werden, das so sehr an „Krieg“ erinnert!

Recherchiert man zu diesem Platz ein wenig weiter, dann ist dies aber nicht sehr überraschend. Das Gelände wurde spätestens seit dem Bau der Luftschiffhalle 1899 industriell genutzt und immer wieder erweitert. Vermutlich sind wir an der Mole einer Hafenanlage getaucht, während vielleicht weitere Reste im Sommer unter dem Bewuchs verborgen sind. Es stellt sich jetzt natürlich die Frage, aus welcher Zeit das Wachhäuschen tatsächlich stammt und wir werden uns hier auf die Suche nach alten Bildern und Darstellungen machen um dieses „Geheimnis“ zu lösen.

Für uns ging es nach einem weiteren Tauchgang dann nachts zurück über den See und es herrschte Einigkeit darin, dass auch tauchen in der jüngeren Vergangenheit für uns Sporttaucher immer wieder spannende Tauchgänge sind!

Autor: Matthias Eisenmann – Bilder: Stephan Siroky / Stefan Tibus

Dieser Beitrag ist in ähnlicher Form auch erschienen im Sporttaucher 5/2014

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